Dieser Kulturfolger ist ein wahrer Akrobat der Lüfte: der Mauersegler. Diese Vögel verbringen bis zu 90 Prozent ihres Lebens in der Luft! Wirft man einen Blick auf die markante Silhouette der eleganten Tiere, sieht man sogleich die Anpassungen an diese extreme Lebensweise. Schmale, langgezogene Flügel ermöglichen es diesen Vögeln, rasend schnell in der Luft die Richtung zu ändern und waghalsige Flugmanöver durchzuführen.
Von diesen Flugkünsten hängt auch das Überleben des Mauerseglers ab, ernähren sie sich doch ausschließlich von fliegenden Insekten, die sie geschickt in der Luft erjagen. Mauersegler gehen aber noch einen Schritt weiter, sie fressen und jagen nicht nur im Flug, sie paaren sich auch in der Luft und können im reglosen Gleitflug auch dort im Himmel schlafen. Dabei schaltet sich eine Hälfte Ihres Gehirns aus und lässt die andere die grundlegende Navigation übernehmen.
Das Einzige, was einen Mauersegler zur Landung verleiten kann, ist tatsächlich die Eiablage. Als ehemalige Felsenbrüter haben Mauersegler die Wände und Fassaden unserer Häuser schätzen gelernt. Aufgrund ihrer sehr kleinen Beine sind sie nicht in der Lage, selbstständig vollwertige Nester zu bauen. Sie sind daher auf Nischen und Ecken an unseren Behausungen angewiesen. Sind diese Brutplätze einmal gefunden, suchen Mauersegler diese immer wieder auf. Im Alter werden diese Fortpflanzungsstätten dann an die nächste Generation weitergegeben. In sogenannten „Screaming-Partys“ streifen Gruppen von alten und jungen Mauerseglern mit ihren markanten Rufen durch die Stadt und tauschen Informationen zu geeigneten Brutplätzen aus. Würden diese durch Baumaßnahmen ersatzlos entfernt oder Gebäude abgerissen werden, dann würde das die brutplatztreuen Tiere sehr treffen und eventuell zu einem Ausfall der Brut führen. Mauersegler und ihre Brutplätze sind daher nach den Wr. Naturschutzgesetz geschützt. Endet der Sommer, finden Mauersegler immer weniger Insekten und so ziehen sie schließlich wieder in den Süden.
Wie kann man helfen:
Nistplätze von Mauerseglern stehen unter Naturschutz. Eine nicht bewilligte, ersatzlose Entfernung ist somit strafbar. Im Rahmen des Mauersegler-Projekts der Stadt Wien – Umweltschutz (MA 22) werden diese Brutplätze mit Hilfe von Bürger*innen erhoben und später in Verfahren berücksichtigt, denn der Erhalt von Strukturen an Gebäuden wie Nischen, Zierkonsolen etc. ist bei brutplatztreuen Tieren besonders wichtig.
Wer möchte, kann den Tieren mit der Anbringung von künstlichen Nistkästen zusätzliche Brutplätze anbieten. Zumeist dauert es aber recht lange, bis diese entdeckt und angenommen werden. Eine Beratung zur richtigen Lage und Anbringung der Nistkästen ist jedenfalls empfehlenswert.
Wie alle Insektenfresser sind Mauersegler auch auf den Fortbestand dieser Nahrungsquelle angewiesen. Gartengestaltung, welche Insekten zugutekommt, nutzt schlussendlich auch dem Mauersegler!
Weitere Informationen
Wiener Gebäudebrüter – Österreich forscht
Mauersegler: Die Könige der Luft - Eine Belebung der Stadt (Stadt Wien – Umweltschutz)
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