Der Welternährungstag (https://www.fao.org/world-food-day/en) findet jedes Jahr am 16. Oktober statt, um darauf aufmerksam zu machen, dass weltweit immer noch Millionen Menschen an Hunger leiden. Das Datum geht auf die Gründung der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) im Jahr 1945 zurück. Ihr Ziel ist es, weltweit Hunger und Unterernährung zu überwinden, Lebensmittel gerechter zu verteilen sowie die Lebensbedingungen und den Ernährungsstandard in ländlichen Regionen zu verbessern.

 

Innovate today. Nourish tomorrow

Das diesjährige Motto lautet: „Innovate today. Nourish tomorrow“ („Heute gestalten. Morgen ernähren“). Es fordert uns auf, traditionelles Wissen mit neuen, zukunftsfähigen Ansätzen zu verknüpfen, um die Lebensgrundlagen kommender Generationen zu schützen. Unsere Ernährung ist eng mit Gesundheit, Klima und Natur verbunden. Was wir essen und wie Lebensmittel produziert, verarbeitet und transportiert werden, beeinflusst unsere Umwelt. Die moderne Lebensmittelproduktion ist sehr ressourcenintensiv und verbraucht weltweit enorme Mengen an fruchtbaren Böden, Wasser und Energie. Laut WWF (https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/essen-wir-das-klima-auf) verursacht die Ernährung rund ein Drittel der globalen Treibhausgasemissionen. Das befeuert die Klimakrise, die wiederum zu enormer Trockenheit und Ernteeinbußen führt. Die Hitzewellen des letzten Sommers und die anhaltende Trockenheit haben auch in Österreich massive Auswirkungen auf die Landwirtschaft. Bei Getreide wird gut 20 Prozent weniger geerntet, beim Mais werden Einbußen von 30 bis 50 Prozent erwartet.

Lebensmittelverschwendung

Trotz dieses immensen Aufwands wird laut Schätzungen der Vereinten Nationen rund ein Drittel aller weltweit produzierten Nahrungsmittel weggeworfen oder geht verloren. Pro Jahr werden in österreichischen Haushalten allein im Restmüll 228.937 Tonnen vermeidbarer Lebensmittelabfälle entsorgt. Diese Lebensmittelabfälle stellen nicht nur ein massives ethisches Problem angesichts des weltweiten Hungers dar, sondern treiben auch die Klimakrise durch unnötige Treibhausgasemissionen und den Verlust biologischer Vielfalt weiter voran. So verursacht die Lebensmittelverschwendung allein zwischen 8 und 10 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen. Um künftig alle nachhaltig zu ernähren („Nourish tomorrow“), müssen wir die Art und Weise, wie wir heute mit Ressourcen umgehen, grundlegend überdenken und unser Ernährungssystem nachhaltig transformieren. Deshalb ist es besonders wichtig, Wissen und Bewusstsein für die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Klima und Umwelt zu fördern.

Aktivitäten der Wiener Umweltanwaltschaft

BEN 7777 kleinDie Wiener Umweltanwaltschaft setzt sich durch Bildungs- und Informationsarbeit, umfassende Beratungen sowie die Mitwirkung in Facharbeitsgruppen dafür ein, das Bewusstsein für einen sorgsamen Umgang mit Lebensmitteln entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu schärfen. Dies ist ein unverzichtbarer Hebel, um globale Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und sicherzustellen, dass alle Bürger*innen an diesem Wandel teilhaben können.

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der jungen Generation: Mit Projekten wie den interaktiven AusbildungsFit-Workshops „Klimacheck für nachhaltige Ernährung und Klimaschutz“ (https://wua-wien.at/umweltmanagement/abfallwirtschaft/2628-klimacheck-fuer-nachhaltige-ernaehrung-und-klimaschutz-12-2025) fördern wir gezielt die Ernährungs- und Klimakompetenz von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Im begleitenden Workshop „Train-the-Trainer – Eat for Future“ (https://wua-wien.at/umweltmanagement/abfallwirtschaft/2611-train-the-trainer-eat-for-future-09-2025) erhalten Coaches und Trainer*innen der AusbildungsFit-Programme das nötige Wissen sowie praxisnahe Methoden, um Inhalte zu Klimaschutz, nachhaltigem Konsum und pflanzenbasierter Ernährung spannend und motivierend an die AusbildungsFit-Teilnehmer*innen weiterzugeben.

Ein zentrales Instrument für umweltfreundliche und ressourcenschonende Beschaffung im städtischen Bereich ist das Programm „ÖkoKauf Wien“ (https://www.wien.gv.at/umwelt/oekokauf). Die Wiener Umweltanwaltschaft bringt hierbei – insbesondere im Bereich der Lebensmittel – ihre Expertise ein. Das Ziel ist eine nachhaltige und ökologische Beschaffung von Lebensmitteln sowie das Bekenntnis zu einer qualitativ hochwertigen und nachhaltigen Versorgung. Damit schützen wir Umwelt und Klima, fördern die Gesundheit und vermeiden Tierleid.

Auch das flächendeckende Umweltmanagementprogramm der Wiener Stadtverwaltung (PUMA) https://wua-wien.at/umweltmanagement/programm-puma trägt zur Abfallvermeidung und zum bewussten Umgang mit Lebensmitteln bei.

Obstbäume der Wiener Umweltanwaltschaft

Ernährungssicherheit fängt im Kleinen an: Die WUA hat anlässlich ihres 30-jährigen Jubiläums eine Streuobstwiese in der Grellgasse in Floridsdorf angelegt. 30 Obstbäume, wie etwa Apfel-, Kirsch-, Quitten- und Marillenbäume, sollen allen Wiener*innen künftig mit ihren Früchten und Schattenplätzen eine Freude machen. Durch die neue Obstwiese wird jedoch nicht nur die biologische Vielfalt gefördert: Sie macht die Bedeutung einheimischer Obstsorten für unsere Ernährungssicherheit erlebbar, wertet den öffentlichen Raum auf und leistet einen wertvollen, lokalen Beitrag zum Klimaschutz.

Rezept: Nachhaltiger Genuss mit Hirsesuppe

Anlässlich des Welternährungstags teilt unsere Mitarbeiterin Dula ein Rezept für eine wärmende und schmackhafte Hirsesuppe (https://wua-wien.at/blog/2683-hirse-das-aelteste-getreide-der-welt) mit uns. Sie setzt auf die Hirse, weil dieses traditionsreiche, widerstandsfähige Getreide auch mit trockeneren Klimabedingungen sehr gut zurechtkommt und daher als nachhaltige und zukunftsfähige Pflanze wieder in den Fokus rückt.

Weitere Informationen

Wiener Umweltanwaltschaft: Lebensmittelabfälle und Verluste - es beginnt bereits am Feld: https://wua-wien.at/umweltmanagement/abfallwirtschaft/2332-lebensmittelabfaelle-es-beginnt-am-feld

Wiener Umweltanwaltschaft: Mindesthaltbarkeitsdatum versus Verbrauchsdatum: Teller oder Tonne?: https://wua-wien.at/umweltmanagement/abfallwirtschaft/2617-mindesthaltbarkeitsdatum-versus-verbrauchsdatum-teller-oder-tonne-09-2026

Beiträge der Wiener Umweltanwaltschaft zur Bewältigung der Klimakrise: https://wua-wien.at/klimaschutz-klimawandelanpassung-und-resilienz/193-weiterfhrende-informationen-zum-thema2/2265-beitraege-wua-bewaeltigung-klimakrise

Wiener Umweltanwaltschaft: Aktiv für die Umwelt: Was kann ich als Bürger*in tun?: https://wua-wien.at/umweltmanagement/2551-aktiv-fuer-die-umwelt-was-kann-ich-tun

 

© Foto: Benedikt Heger

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